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Donnerstag, 25. März 2004

Urteile

BVerfG: Handauflegen auch ohne Zulassung als Heilpraktiker gestattet

In einem Kammerbeschluss (1 BvR 784/03) hat das Bundesverfassungsgericht einem "geistigen Heiler" bestätigt, dass für seine Tätigkeit keine Heilpraktikerprüfung verlangt werden kann. In der Entscheidung wird die Tätigkeit des Heilers so dargestellt:

Der Beschwerdeführer beantragte im Juni 2000 eine behördliche Erlaubnis zur Ausübung seiner Tätigkeit, die er als geistiges Heilen wie folgt beschreibt: Er versuche die Seele des Kranken zu berühren. Mit Hilfe seiner Hände übertrage er positive Energien auf das Zielorgan und aktiviere dadurch die Selbstheilungskräfte seiner Klienten. Er erstelle weder Diagnosen noch verschreibe er Medikamente oder verwende medizinische Geräte. Heilungsversprechen gebe er nicht ab. Er rate den Kranken dringend zu, weiter Hausärzte und Spezialisten zu konsultieren. Nach seiner Auffassung benötigt er hierfür keine Heilpraktikerprüfung.

Das Gericht gibt dem Mann recht: Kenntnisse über Anatomie, Physiologie, Diagnostik und Therapie sind für diese Tätigkeit weder erforderlich noch nützlich, die Forderung, sich in diesen Dingen prüfen zu lassen, daher unangemessen. Von Bedeutung seien nur "charakterliche Zuverlässigkeit und verantwortungsbewusstes Handeln" - er müsse die Kranken auch wirklich darauf hinweisen, dass seine Tätigkeit kein Ersatz für ärztliche Behandlung sei.

Interessantes Argument des Gerichts am Rande: Das Sakrament der Krankensalbung betrachte ja auch niemand als erlaubnispflichtige Heilbehandlung.

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