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Samstag, 26. Juni 2004

Strafrecht

Judex non calculat. Sachverständiger auch nicht.

Mangelnde statistische Kenntnisse eines medizinischen Sachverständigen - und offenbar auch einer Jury - haben eine Engländerin für mehrere Jahre ins Gefängnis gebracht. Auf einen entsprechenden Bericht bei wissenschaft.de weist das Handakte WebLAWg hin.

Besonders sauer stößt mir hier der Umstand auf, dass die Fehlschlüsse sich nicht um höhere Mathematik oder fernliegende logische Subtilitäten drehen. Vielmehr hätte schon einfaches Nachdenken die Jury auf den Fehler stoßen können, wenn man einmal davon ausgeht, dass in englischen Gerichten nicht ausschließlich Volltrottel entscheiden. Und dem Mediziner hätte eigentlich auch im Schlaf einfallen müssen, dass und warum seine Schlüsse unzulässig sind.

Kommentare

Von Christoph von Nathusius

medicus non calculat

Ich habe mal die Kopie eines medizinischen Artikels gesehen, in der ein Korrelationskoeffizient um 0.2, 0.3 (iirc) als signifikant für einen Zusammenhang gesehen wurde. Das statistische Verständnis von Medizinern ist wohl im Schnitt nicht viel besser, als das der Durchschnittsbevölkerung. (Wobei Statistik oft wirklich sehr unintuitiv ist.) Dieser "Sachverständige" ist btw. so ein Kandidat, der aus Sicherheitsgründen eine Bombe mit in ein Flugzeug nehmen könnte. Christoph


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