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Dienstag, 4. Januar 2005

Obfuscated Law

Einmal Gender Mainstreaming und zurück

Die öffentlichen Aktivitäten in Sachen Frauengleichstellung beschränken sich ja seit geraumer Zeit weitgehende auf die redaktionelle Umformulierung von Rechtsnormen, die dabei üblicherweise auf die etwa doppelte Länge anwachsen. Die Verteilung dieser frauenpolitischen Placebos ist ja an sich schon blöde genug, aber nur die Landesregierung Baden-Württemberg schafft es wohl, sich dabei auch noch selbst ein Bein zu stellen: In der Verordnung der Landesregierung zur Änderung der Verordnung über die Errichtung von Einigungsstellen bei Industrie- und Handelskammern nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb ersetzt sie einerseits brav "den Vorsitzenden" durch "die vorsitzende Person" und "Beisitzer" durch "beisitzende Person", um andererseits den Plural "Gewerbetreibende" (zu dem es keine markierte weibliche Form gibt) durch "Unternehmer" (zu dem es sehr wohl eine gäbe). Das kommentiert man wohl am besten mit den Worten der Landesregierung selbst: "Wir können alles. Außer Hochdeutsch." Eine Prognose möchte ich noch wagen: Die Wirkung der Aktion auf den Frauenanteil in der Unternehmerschaft wie in den Einigungsstellen wird gleich Null sein.

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