der
winkelschreiber

Informative Quellen und juristische Seltsamkeiten

staticBlog 0.41

Freitag, 7. März 2008

Arbeitsrecht

Und ewig klagt die Deutsche Bahn...

Wir kennen es inzwischen wohl alle zur Genüge: Kaum ruft die GDL zum Streik auf, schon zieht die Deutsche Bahn vor Gericht, um selbigen verbieten zu lassen. Dennoch ist einiges bemerkenswert an dieser Runde im bekannten Spiel, jedenfalls, wenn man dem Bericht bei Spiegel online Glauben schenkt:

  1. Zu Verspätungen kommt es diesmal nicht nur bei der Bahn, sondern voraussichtlich auch bei Gericht. Während der Streik schon am Montag, 0 Uhr beginnen soll, wird das Gericht den Antrag der Bahn dagegen erst um 10 Uhr behandeln. Ganz verhindern kann die Bahn den Streik also schon einmal nicht.
  2. Offenbar hat die Bahn ihre Übungen im forum (s)hopping diesmal aufgegeben und zieht ganz brav vor das ArbG Frankfurt, das einzige zweifellos zuständige Gericht.
  3. Falls die Bahn wirklich keine anderen Gründe für ihren Antrag hat als der Spiegel berichtet, sind sie selbst im Vergleich zu dem, was sie bisher angeführt hat, außerordentlich schwach. Dem Bericht zufolge lautet das Argument der Bahn nämlich, es liege "überhaupt kein Streikgrund vor, da die Tarifverhandlungen im Grundsatz abgeschlossen werden könnten". Die Antwort darauf liegt auf der Hand: Wenn das so ist, dann kann die Bahn ja den fertigen Tarifvertrag einfach unterschreiben und - die Unterschrift des GDL-Vertreters liegt ja offenbar schon vor - damit zweifelsfrei den Eintritt der Friedenspflicht bewirken. Solange sie dazu keine Lust hat, gibt es ganz offensichtlich noch etwas zu erstreiken.

Anzeige

Kommentare

Kommentar eingeben

Verfasser: (bitte echten Namen angeben)

Überschrift:

Kommentar:

RSS-Feed
Hauptseite
Archiv
Deutsche Gesetze im WWW

Anbieter im Sinne des TDG/MDStV und Urheber nicht gekennzeichneter Artikel:

Mark Obrembalski
Sommerhalde 10
72070 Tübingen
Tel. 07071/308662
E-Mail: markobr@web.de